Mitspielen des Torwarts mit den Füßen: 6 Fehler, durch die Sie den Ball unnötig herschenken

Das Mitspielen des Torwarts mit den Füßen entscheidet bei Kindern und Jugendlichen oft unter Druck. Sehen Sie sich 6 Fehler an, durch die Sie den Ball unnötig herschenken.

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Ein Torwart entscheidet heute nicht nur im Tor. Er entscheidet auch beim Spielaufbau. Eine einzige schlechte Ballannahme oder eine zu späte Entscheidung kann dazu führen, dass der Gegner innerhalb von zwei Sekunden wieder Druck ausübt.

Genau deshalb reicht es nicht mehr zu sagen, dass der Torwart auf der Linie gut sein muss. Ein moderner Torwart muss das Pressing lesen, sich unter Druck als Anspielstation anbieten und die richtige Passart wählen können. Kurz. Mittel. Lang. In den Fuß. In den Raum.

Das bedeutet nicht, dass jeder Torwart wie ein Innenverteidiger spielen muss. Es bedeutet, dass er seine Rolle beim Spielaufbau verstehen muss. Und dass er den Ball nicht durch Fehler herschenken darf, die immer wieder passieren.

In diesem Artikel gehen wir die 6 häufigsten Fehler durch. Zu jedem Fehler gibt es eine einfache Erklärung und eine praktische Korrektur für das Training. Das Ziel ist klar. Ein ruhigerer Spielaufbau. Bessere Entscheidungen. Weniger Druck auf die eigene Abwehr.

Warum das Mitspielen des Torwarts so wichtig ist

Im Spitzenfußball und im Jugendfußball pressen die Gegner heute höher als früher. Der Torwart wird daher Teil des Spielaufbaus. Er ist nicht die letzte Rettung. Er ist der erste Aufbauspieler.

Analysen des FIFA Training Centre zu Turnieren seit 2021 zeigen immer wieder, dass die Qualität der Spieleröffnung durch den Torwart erheblich beeinflusst, wie ein Team die erste Pressinglinie überwindet. Wichtig sind nicht nur präzise Pässe mit dem Fuß. Wichtig sind auch das richtige Lesen des Raums und das Timing der Entscheidung.

Mit anderen Worten: Es geht nicht nur um die Schusstechnik. Es geht darum, ob der Torwart erkennt, wann er kurz spielen, wann er das Spiel verlagern und wann er kein Risiko eingehen und einfacher spielen sollte.

Das ist auch eine gute Nachricht für Kinder und Jugendliche. Das Mitspielen kann relativ schnell verbessert werden, wenn es im Kontext trainiert wird. Nicht isoliert. Nicht ohne Druck. Nicht ohne Anbieten der Mitspieler.

Fehler 1: Der Torwart nimmt den ersten Ballkontakt gegen den Druck

Das ist ein sehr häufiges Problem. Der Ball kommt zum Torwart und er nimmt ihn mit dem ersten Kontakt dorthin mit, wo der Gegner bereits Druck ausübt. Das Ergebnis ist ein panischer Abschlag oder ein Ballverlust.

Der erste Kontakt muss Zeit schaffen. Nicht nehmen. Das bedeutet, den Körper in den Raum zu öffnen, in dem weitere Lösungen möglich sind. Manchmal reichen ein halber Meter mehr. Plötzlich sieht man das ganze Spielfeld anders.

Im Training hilft eine einfache Regel. Jeder erste Kontakt muss eine Absicht haben. Nicht nur die Annahme des Balls. Der Torwart muss wissen, welche Option er eröffnen will. Einen kurzen Pass. Eine Verlagerung. Oder eine lange Lösung.

Fehler 2: Der Kopf geht nach unten, statt das Spielfeld zu lesen

Einige Torwarte beobachten nur den Ball und den eigenen Fuß. Dadurch verlieren sie die wichtigste Information. Wo ist der freie Spieler. Woher kommt der Druck. Welche Seite ist offen.

Ein guter Spielaufbau beginnt mit dem Scannen vor der Ballannahme. Der Torwart muss früher schauen. Nicht erst nach dem Kontakt. Wenn er den Kopf zu spät hebt, entscheidet er unter Druck und kann den Ball oft nur noch klären.

Das ist eine Fähigkeit, die sich gut trainieren lässt und eng damit zusammenhängt, wie man die Reaktionsfähigkeit des Torwarts auch außerhalb der Parade selbst trainiert. Integrieren Sie Übungen, bei denen der Torwart vor der Annahme eine Farbe, eine Zahl oder die Position des freien Spielers nennen muss. So gewöhnt er sich daran, Informationen rechtzeitig zu sammeln.

Fehler 3: Immer dieselbe Lösung

Der Gegner merkt schnell, wenn der Torwart immer dasselbe Muster wiederholt. Immer kurz zum Innenverteidiger. Immer der lange Ball auf die Seite. Immer der rechte Fuß in dieselbe Zone. Das ist leicht zu lesen.

Der Spielaufbau muss variabel sein. Nicht um jeden Preis kompliziert. Variabel. Dann lässt sich das Team nicht leicht in ein Schema pressen und das Pressing verliert an Schärfe.

Das FIFA Training Centre beschreibt in seinen Analysen der Verteilungsstile mehrere grundlegende Typen. Kurz um den Gegner herum. Mit einem Steckpass durch die Linien. Mit einem langen Ball in den Raum zwischen den Linien. Oder hinter die letzte Linie. Der Torwart sollte verstehen, wann welcher Typ Sinn ergibt.

Fehler 4: Schlechte Kommunikation mit der Abwehr

Der Spielaufbau ist keine Einzeldisziplin. Wenn die Innenverteidiger falsch stehen, sich der Außenverteidiger nicht in einem geeigneten Winkel anbietet und sich die Sechs nicht zwischen den Linien zeigt, hat der Torwart viel schlechtere Bedingungen.

Das bedeutet aber nicht, dass er schuldlos ist. Der Torwart muss das Team führen. Er muss Bewegung einfordern. Er muss auf Druck hinweisen. Er muss das Tempo bestimmen. Wenn er schweigt, verliert er unnötig Einfluss.

Bei Jugendlichen macht das einen großen Unterschied. Die Stimme des Torwarts entscheidet oft, ob das Team ruhig aufbaut oder anfängt zurückzuweichen. Gute Kommunikation sieht nicht kompliziert aus. Sie ist kurz, rechtzeitig und klar.

Fehler 5: Langer Ball ohne klaren Grund

Einige Ballverluste entstehen nicht durch ein Risiko beim kurzen Aufbau. Sie entstehen durch einen unnötig hergeschenkten langen Ball. Der Torwart steht unter leichtem Druck, aber statt einer klaren Lösung schlägt er den Ball einfach nach vorne.

Ein langer Ball an sich ist kein Fehler. Ein Fehler ist ein langer Ball ohne Ziel. Wenn das Team keinen Zweikampf, keinen zweiten Ball und keine Positionierung um den Landepunkt vorbereitet hat, verschenkt es nur den Ballbesitz.

Deshalb ist es gut, im Training die Arten des langen Balls zu unterscheiden. Spielen Sie in den Fuß? In den Lauf? Auf den Zweikampf? Hinter die Abwehr? Wenn der Torwart nicht weiß, welches Problem er löst, löst er meistens keins.

Fehler 6: Training des Spielaufbaus ohne Gegner

Isolierte Technik hat ihren Platz. Manchmal muss man den ersten Kontakt, den Innenrist oder einen längeren Pass üben. Wenn Sie den Spielaufbau aber nur ohne Druck trainieren, wird die Übertragung ins Spiel gering sein.

Ein Torwart spielt im Spiel nicht unter Laborbedingungen. Er hat wenig Zeit. Wenig Raum. Oft auch einen schlechten Boden. Und um sich herum Gegner, die aus seinem Kontakt einen Fehler machen wollen.

Deshalb muss auch die Entscheidungsfindung trainiert werden. Die Richtung des Pressings. Die Anzahl der Kontakte. Die Pflicht zur Kommunikation. Das Anbieten der Mitspieler in verschiedenen Winkeln. Hier entsteht echte Sicherheit.

Wie Sie den Spielaufbau im Training verbessern

Beginnen Sie mit kleinen Spielsituationen. Zum Beispiel Torwart plus zwei Verteidiger gegen zwei pressende Spieler. Kleiner Raum. Begrenzte Kontakte. Ein klares Ziel, den Ball in eine markierte Zone zu bringen.

Dann fügen Sie Varianten hinzu. Pressing nur von einer Seite. Pressing nach einem Signal. Pflicht zur Verlagerung des Spiels auf die andere Seite. Oder die Regel, dass der erste Pass am Boden bleiben muss und der zweite lang sein darf.

Video funktioniert auch gut. Beim Spielaufbau sind Fehler oft besser zu erkennen als bei Paraden. Der erste Kontakt. Die offene Körperhaltung. Das Anbieten im Winkel. Die verzögerte Entscheidung. Das alles ist im Video klar erkennbar.

Bei jüngeren Torwarten hilft außerdem eine einfache sprachliche Einteilung. Wann sicher spielen. Wann mutig spielen. Wann beruhigen. Wann beschleunigen. Der Torwart nimmt den Spielaufbau dann nicht als einen großen Test wahr, sondern als eine Reihe klarer Entscheidungen.

Ausgezeichnet sind auch Spielformen, bei denen der Torwart nach einem Pass nicht stehen bleiben darf. Nach dem Abspiel muss er sich neu positionieren und sich erneut anbieten. So gewöhnt er sich daran, dass der Spielaufbau nicht mit dem Abgeben des Balls endet. Im Gegenteil, er setzt sich mit einer neuen Positionierung fort.

Worauf Trainer bei Kindern und Jugendlichen achten sollten

Bei Kindern ist es unnötig, übermäßig komplizierte Lösungen zu verlangen. Wichtig ist, dass sich der Torwart nicht scheut, den Ball anzunehmen, den Körper zu öffnen und die nächste Möglichkeit zu sehen. Das ist die Basis. Genauso wichtig ist das Aufwärmen des Torwarts vor dem Spiel – ohne aktive Beine und eine korrekte Körperhaltung wird auch der Spielaufbau nicht funktionieren.

Bei Jugendlichen können Sie schon weiter gehen. Fügen Sie Spieldruck hinzu. Gezielte Verlagerungen. Pässe mit dem schwachen Fuß. Längere Bälle in den Raum. Es gilt aber weiterhin, dass Technik und Entscheidung zusammen wachsen müssen.

Wenn der Trainer nur spektakuläre Paraden lobt und den Spielaufbau nicht thematisiert, bekommt der Torwart ein falsches Signal. Ein moderner Torwart muss auch im Ballbesitz zuverlässig sein. Das Team braucht das von ihm.

Wann einfach spielen und wann mutig sein

Das ist vielleicht die wichtigste Frage. Manchmal wird viel darüber gesprochen, dass der Torwart um jeden Preis kurz aufbauen muss. Das ist ein Fehler. Ein guter Spielaufbau ist nicht immer kurz. Ein guter Spielaufbau ist der, der zur Situation passt.

Wenn Sie eine freie Seite haben und der Gegner auseinandergezogen ist, ergibt ein kurzer Pass Sinn. Wenn das Team zugestellt ist und niemand einen sauberen Winkel anbietet, kann es besser sein, den Ball woanders hinzuspielen. Nicht blind. Aber gezielt.

Das Ziel ist nicht, kompliziert zu spielen. Das Ziel ist, den Ball nicht unnötig herzuschenken. Genau darin zeigt sich die Qualität des Torwarts mit den Füßen.

Wie Sie erkennen, dass sich der Spielaufbau verbessert

Das beste Signal ist nicht nur die Anzahl der genauen Pässe. Wichtig ist auch, wie ruhig das Team die erste Pressingphase übersteht. Ob der Torwart Informationen rechtzeitig sammelt. Ob er sich mit dem ersten Kontakt Zeit verschafft. Ob die Abwehr weiß, was sie von ihm erwarten kann.

Wenn das Team nach dem Spielaufbau des Torwarts den Ball länger hält, besser die Seiten wechselt und unter Druck weniger panisch wird, ist das ein gutes Zeichen. Genau dort erkennt man den Fortschritt. Nicht in einem einzelnen schönen Pass, sondern in der wiederholbaren Sicherheit.

Wählen Sie Ihre Handschuhe.

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